Pharasma

Pharasma (fah-RAZ-mah) ist die strenge Beobachterin des Lebens und des Todes, Überwacherin der verschlungenen Bahnen des Schicksals und der Prophezeiungen, gnadenlos kalt in der Ausübung ihrer grimmigen Pflichten. Nachdem sie Säuglinge sterben, den Gerechten zu früh fallen und Tyrannen bis ins fortgeschrittenen Alter leben gesehen hat, fällt sie kein Urteil über die Richtigkeit eines bestimmten Tod und begrüßt jede Geburt mit dem gleichen Ernst.
Schon im Moment der Geburt weiß sie, wie eine bestimmte Seele enden wird, aber sie behält ihr offizielles Urteil bis zum letztmöglichen Moment, da sie weiß, dass Prophezeiungen falsch sein können oder sie sie nicht vollständig kennt.
Sie glaubt an Schicksal und Vorherbestimmung, aber versteht auch die Notwendigkeit einer Vagheit und Fehlinterpretationen, um die Illusion des freien Willens zu ermöglichen.

Pharasma
Legenden behaupten, dass Pharasma wusste, dass der Tod von Aroden schnell näher kam und ihn auch berurteilt, wie sie alle, die als Sterbliche geboren wurde, berurteilte aber nichts tat, um ihre Anhänger zu warnen, von denen viele von diesem Ereignis in den Wahnsinn getrieben wurden.
Obwohl Prophezeiungen nicht mehr zuverlässig sind, werden weiterhin Propheten geboren. Und die meisten von ihnen werden Verrückt von ihren verwirrenden und widersprüchlichen Visionen. Die Kirche hat es sich zur Aufgabe gemacht, für diese armen Seelen zu sorgen, und macht Teile der großen Tempel zu Sanatorien.

In der Kunst wird Pharasma als die Hebamme, wahnsinnige Prophetenin oder der Tod dargestellt, je nach Rolle. Ihr Gesicht hat meist graue Haut und weiße Augen. Als Hebamme ist sie effizient und ernst und das Haar ist zurück gezogen und Armen von den Händen bis zu den Ellenbogen nackt. Als die Prophetin ist sie wild dreinblickend mit wirrem Haar und ihre Worte hallen wie Donner. Als der Tod ist sie groß und hager, mit einem fließenden, schwarzen Kapuzenkleid und einer Sanduhr mit schnell durchlaufendem rotem Sand – Sie bewegt sich mit bewusster Sorgfalt statt Aggressivität. Schwangere Frauen tragen oft kleine Symbole ihre Hebamme Konterfei an lange Halsketten um das ungeborene zu schützen und ihm ein gutes Leben zu garantieren.

Oben auf einem unglaublich hohen Turm sitzend, wartet Pharasma Reich im Jenseits – der Friedhof aller Sterblichen. Dort angekommen, stehen sie in einer großen Linie und warten darauf, beurteilt und zu ihrer endgültigen Belohnung geführt zu werden. Diejenigen, die sterben bevor sie ihr volles Schicksal erleben, können eventuell das Glück haben, in diesem oder im nächsten Leben wiederbelebt zu werden, obwohl in einigen Fällen ihr Schicksal lediglich ein unwürdiger und früher Tod zu sterben ist.

Die Herrin der Gräber sieht Untote als eine Entweihung des Gedenkens an das Fleisch und Korruption des Weges der Seele auf der Reise zu ihrem Urteil.

Die Kirche arbeitet ähnlich wie eine starke, überwiegend matriarchalen Familie, auch wenn einige es mit einem strengen konservativen Nonnenkloster vergleichen. Obwohl neutral als Ganzes hat die Kirche viele Traditionen, die von der Göttin und ihre Propheten vorgegeben wurden, und die Mitglieder der Kirche folgen diesen Lehren strikt. Allerdings geben verschiedene Zweige der Kirche einige Rituale und Praktiken mehr Gewichtung als andere, aber das ist nie genug, als dass die Fraktionen der Kirche Krieg gegeneinander führen würde. Es ist leicht für jemanden des Glaubens ein anderes Mitglied seiner eigenen Sekte zu erkennen, oder zu realisieren, dass ein Besucher nicht mit den lokalen Gepflogenheiten vertraut ist.
Pharasma manifestiert ihre Gunst durch das Auftreten von Skarabäen und Schwarzkehl-Nachtschwalben, von denen beide als Führer für kürzlich verstorbenen Geister zum Friedhof dienen.

Pharasma ist eine neutrale Göttin der Domäne Tot, Heilung, Wissen, Ruhe und Wasser. Ihre Waffe ist der Skane ein Dolch mit ritueller Bedeutung. Ihr heiliges Symbol ist eine Spirale aus Licht, das einmal die Reise der Seele von Geburt bis zum Tod und einmal den verschlungenen Pfad der Prophezeiungen. Die Kirche ist für ihre begabten Hebammen bekannt, die es fast immer schaffen Mutter und Kind zu retten. Ein Baby zu töten und mag es noch so verkrüppelt sein oder die Mutter dem Tod nahe sein, ist eine Todsünde in den Augen von Pharasma. Jedes Baby soll die Möglichkeit besitzen, sein Schicksal zu erfüllen. Darum helfen die Hebammen auch Kinder auf die Welt zu kommen, wenn dies bedeutet, dass die Mutter stirbt.

Stirbt ein Mensch, so wird sein Körper gewaschen und in Leichentücher (5 bei Männern, 9 bei Frauen) gehüllt. Ein Pergament auf den Gebete und Trauerbekundungen geschrieben ist, wird in die Leichentücher mit eingewoben. Ein Totenwächter hält in der Nacht vor der Beerdigung bei der Leiche wache. Einmal um das Schänden der Leiche zu verhindern, aber auch um dafür zu sorgen, dass der Körper nicht als Untoter aufsteht. Wer es sich leisten kann, lässt seine Toten in geweihter Erde begraben.

Gebete sind eine Mischung aus düsteren Gesängen und fröhlichen Liedern, in denen oft lokale Gegebenheiten eingeflochten worden sind.

In Ustalav hat sich der Glauben der Buße der Pharasma etabliert, der besagt, dass die Strapazen und Anstrengungen des Lebens, bei der Beurteilung durch Pharasma positiv ins Gewicht fallen. Eine dieser Gläubiger geißeln sich deshalb selbst. Einige Extremisten jagen sogar solche Menschen, die versuchen sich das Leben einfach zu machen (meistens Arkanisten).

Tempel und Schreine

Die Tempel der Pharasma sind Kathedralen im gotischen Stil, die sich in der nähe des lokalen Friedhofs befinden. Aber auch ein blanker Stein auf einem Feld oder Friedhof kann als Schrein dienen. Größere Tempel besitzen meist unermessliche Katakomben in denen verstorbene Generationen von Geistlichen beerdigt sind. Jeder Tempel besitzt ein Hohenpriester für jeden Aspekt von Pharasma, wobei jedoch in den kleineren Tempel meist ein Priester diese Aufgabe übernimmt. Die Geistlichen tragen überwiegend Schwarz oder Grau mit silbernen Ornamenten.

Die Rolle des Priesters

Geistliche sind meistens Kleriker, Orakel, „weiße Nekromanten“ (Zauberer die sich auf andere Arten der Nekromantie als das Erschaffen von Untoten konzentrieren.) aber auch begabte Hebammen. Außerdem bewachen sie die Friedhöfe und jagen verbittert jeden, der den Frieden der Toten stört. Untote werden verbittert gejagt und nach der Vorgabe der Kirche vernichtet. Jeder Priester trägt ein Skarn mit dem er Rituale durchführt.

Feiertage

Tag der Knochen: Am fünften Tag des Pharast tragen die Priester die kürzlich verstorbenen in einer Prozession durch die Straßen und beerdigen diese ohne Kosten in den geheiligten Boden. Es ist für die Angehörigen eine große Ehre, wenn ihr verstorbener an diesem Tag beerdigt wird.

Sprichwörter:

Nicht dieses Jahr, nicht jetzt. Dieses Sprichwort wird meistens als Antwort auf eine Tragödie oder schlechte Gerüchte ausgesprochen und bittet die Göttin mit der Beurteilung der zu ihr geschickten Seelen zu warten, da diese noch so viel zu erledigen haben. Es wird außerdem las kurzes Morgengebet gesprochen.

Jeder der Lebt, muss sich ihrem Urteil beugen. Das ist ein Versprechen an jemanden, der unverschämt oder respektlos war, dass diesem früher oder später widerfährt, was die Herrin der Gräber für ihn vorgesehen hat. Selbst wenn es länger dauert als der Sprecher noch auf Golgarion weilt.

Die Herrin soll’s behalten. Die ist ein Schwur ein Geheimnis mit ins Grab zu nehmen, so dass niemand davon erfährt außer Pharasma. Sollte der Sprecher den Schwur brechen, so wird Pharasma ihn vorzeitig zu sich zitieren

Heiliger Text:

Das heilige Buch der Pharasma ist das „Das Knochenland in einer Spirale“ und wurde von Propheten vor tausenden von Jahren verfasst. Jeder Tempel besitzt zumindest eine Abschrift dieses Buches, die manchmal bis zu mehreren Tausend Goldmünze wert.

Verbindungen zu anderen Göttern:

Jede Gottheit hat friedlichen Umgang mit Pharasma, da die Agenten der Götter immerhin die Seelen aus dem Totenreich in das Reich ihrer Gottheit bringen müssen. Sie hat keine echten Feinde oder Verbündeten auch wenn Iomedae einen Groll gegen sie hegt, weil sie den bevorstehenden Tod von Aroden für sich behielt. Selbst Zyphus behandelt sie mit Respekt, auch wenn einige glauben, dass sie im Streit sind welche sterbliche Seele zu früh von der Welt geholt wurde. Ihre Beziehung mit dem rätselhaften Gott Groetus ist ebenso ein Mysterium.

Pharasma

Die Aaskrone Brotos