Die Aaskrone

Eine heiße Spur

Sehr geehrte Richterin!

Wie wir vermutet haben, ist der Wispernde Pfad zur Ascanor Hütte weiter gezogen. Jedoch sind sie wieder verschwunden, bevor wir hier angekommen und ihnen auf die Schliche kommen konnten. Wir konnten jedoch herausfinden, dass die Ascanor Hütte, sehr wohl ebenfalls in die Pläne des Pfades eingebunden ist – nun, zumindest ihr Leiter, Estovion Lozarov. Er führte uns dann auch, wiederwillig zur Mondtreppe, einem alten, verfallenen Tempel inmitten des Schauderholzes. Hier erfuhren wir, dass der Wispernde Pfad es mithilfe von Estovion geschafft hatte mit Mathus Mordrinacht, einem der Anführer der Werwölfe im Wald, ein Bündnis zu schmieden. Wahrscheinlich eine sehr einseitige Vereinbarung. Der Wispernde Pfad hat es aber mit diesem Bündnis geschafft Kvelca Sain zu töten, welche bis vor kurzem auf dem Hochthron der Werwölfe saß. Dieser mächtigen Werwölfin haben sie ihr Herz herausgerissen und sind damit verschwunden. Wofür sie diese Artefakte sammeln – mittlerweile ja das dritte von dem wir wissen – ist uns aber immer noch ein Rätsel.

Estovion wurde von den Werwölfen gebissen, aber ich heilte ihn von der Krankheit und brachte ihn zur Ascanor Hütte zurück. Vielleicht könnt ihr hier eine Information an die Adeligen in Lepidstadt weiter geben: Die Hütte wurde kurz darauf geschlossen, da sich hier niemand mehr sicher fühlte.

Zum Glück verläuft sich die Spur des Pfades an der Ascanor Hütte jedoch nicht vollkommen. So wie es aussieht müssen wir ihnen in die Heimat von Feodora folgen, in die Furchen. Wie es scheint, sind die gesichtslosen Anhänger des Pfades auf dem Weg zu einer Ortschaft namens Feldgrau. Auch hier stellt sich wieder die Frage, was diese Wahnsinnigen dort suchen könnten.

Ihr habt jedoch einen Freund, der uns bei der Beantwortung dieser Frage vielleicht behilflich sein könnte: Einige Hinweise die wir gefunden haben deuten darauf hin, dass Adivion Adrisassant bis zu seinem adeligen Hals in die Machenschaften des Pfades verstrickt ist. Vielleicht kann er ja einige offene Fragen beantworten? Zumindest ist er deutlich greifbarer als der nebulöse Auren Vrood, auf dessen Namen wir nun schon so oft getroffen sind und der ebenfalls eine führende Rolle in den Plänen des Pfades zu führen scheint.

Schreibt uns so schnell es euch möglich ist und hütet euch vor Adivion! Wir werden in der Zwischenzeit den Pfad nach Feldgrau verfolgen. Vielleicht kommen wir diesmal ja rechtzeitig an.

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Im Schein des Mondes

Selten ist ein Einbruch von mir so schief gegangen. Eigentlich nur das eine mal, als mich Lorrimor erwischte und damals war ich noch blutige Anfängerin. Nuuri scheint langsam wieder zu sich zu kommen, kann sich aber nicht daran erinnern von dem Wolfsgeist besessen gewesen zu sein.
Zusammen mit Artor versuchen wir den Wachen zu erklären, warum wir hier gelandet sind. Sie scheinen die Geschichte von wegen heimlichen Essen in der Küche und dann in das falsche Zimmer zu teleportieren aber nicht ganz zu kaufen. Hauptsache Remeny ist überzeugt. Der wäre für uns ein weitaus größeres Problem.
Remeny befragt noch etwas die Wachen, was Nuuri und mir die Gelegenheit gibt, etwas im Schreibtisch von Lozarov zu wühlen. Dabei tauchen einige bekannte aber auch ein paar neue Namen auf. Natürlich hatten wir Recht und der Herbergsvater hat mit dem füsternden Pfad zu tun. Anscheinend hat auch er Verbindungen zu Augene Vroot, ein Adeliger aus Kaliphas und ein gewisser Mattus Mortinacht werden auch erwähnt. Desweitern lässt sich entnehmen, dass sich der Pfad sich bei den Werwölfen einmischt. Sie haben irgendwas mit einem heiligen Artefakt der Dessna vor. Dieses befindet sich im Mondtempel, welcher hier im Wald verborgen sein soll. Vom jetzt auch noch herbeigeeilten Gnom erfahren wir, dass sich Lozarov in den Wald geflohen sei.
Am nächsten morgen werden wir ihn aufspüren. Warum Remeny unbedingt diesen versnobten Adeligen mitnehmen muss ist mir ein Rätsel. Der wird uns nur Probleme machen. Vielleicht taugt er wenigstens als Kanonenfutter. Wir folgen einer Spur, die in den Süden führt. Glücklicherweise ist das genau die Richtung, in der sich auch der Tempel befindet. Zumindest versichert und dass der alte Kauz.
Zwischendurch werden wir noch von Werwölfen attackiert und der reiche Schnößel erweist sich als genauso nutzlos, wie ich mir das gedacht hatte. Immerhin pfuscht er uns nicht rein. Am ende des zweiten Tages erreichen wir endlich den Tempel. Nuuri versucht sich anzuschleichen, allerdings vergebens. Sie wird zugleich von Wölfen attackiert. Schließlich gelingt es und endlich auf die Spitze des Tempels zu gelangen. Hier bewahrheitet sich dann auch die Prophezeiung, die Artor auf seinen Erkundungen im Turm erhalten hat. Wir werden von 2 mächtigen Werwölfen angegriffen. Diese scheinen deutlich mächtiger zu sein als alle, die wir bis jetzt getroffen haben. Schließlich können wir auch sie bezwingen. Leider wissen wir immer noch nicht, wo sich Lozarov befindet und was es mit dem Dessna-Artefakt auf sich hat.

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Murder by Death

Die Ereignis der vergangenen Nacht noch in Erinnerung kommt die Gruppe zur Ascanorhütte. Dort werden sie erstmal nicht durch das Tor gelassen. Der Pförtner Belkik von Courtaud erweist sich als sehr kleinkariert und will die Helden ohne Reservierung nicht in die Hütte lassen. Auch der auftauchende Adelige Duristan Silvio Ariesir kann ihnen keine Zimmer verschaffen, da die Gruppe nicht bereit ist, mit ihm auf die Werwolfjagd zu gehen. Die Möglichkeit wurde zwar in der Gruppe disuktiert, aber man nahm sich vor, das Wort das man dem letzten Werwolf gab zu halten. So dauerte es, bis der Herbergsvater Estovion Lozarov kam und nachdem er die Einladung studiert hatte, die Gruppe einlies. Man führte sie herum und die Gruppe macht sich mit dem Gelände vertraut.

Beim Abendessen lernt man die anderen Gäste kennen. Corvin Tergsvor erweist sich als schnösseliger und verzogener Adeliger, während Marquess Welgory sich zusammen mit ihrem Liebhaber eine schöne Zeit macht. Silas Graudon erweist sich als ehemaliger Offizier und Freund des verstorbenen Dravons.

Nachdem man sich ein Bild der Gäste gemacht hat, aber keinen Hinweis auf den whispernden Weg erhalten hat, nahm man sich vor die Angestellten des Hütte genauer zu befragen. Delgros Kroitzker erwies sich als Jagdmeister der Hütte, der weder von Werwölfe noch von dem whispernden Weg etwas gehört haben möchte. Belkik weist die Gruppe unhöflich ab und Estovion Lozarov weiß, angesprochen auf die beiden Themen, ebenfalls nichts zu berichten. Ziellos verbringt man die Zeit bis zum Abendessen, dass wie schon das Mittagessen alles bietet was auf der Speisekarte eines gehobenen Restaurants vertreten sein sollte. Nuuri Jubari und Feodora Timofej beschlossen, Nachts in das Büro von Lozarov einzusteigen.

Nach dem Abendessen vertrat sich Feo die Beine, in dem sie die Angestelltenbehausungen beobachtet und dabei wieder von dem immer auftauchenden und unheimlichen Gärtner überrascht wird. Von diesem erfährt sie, das in dem Turm eine Art Bordell ist. Man schickt Artor Raspjotin ohne großen Widerspruch in dem Turm, wo dieser sich bei Madame Ivanja umhörte und die Karten gelegt bekommt.

Währenddessen entdeckt Remeny, dass ihr Zimmer durchsucht wurde und sie einen mysteriöse Nachricht erhalten haben, in der sie gewarnt werden, weitere Nachforschungen anzustellen. Sofort sammelt Remeny in voller Rüstung seine Kameraden ein, da er das schlimmste befürchtet.

Artor befragte währendessen eine weitere Damen in dem Turm, die vor einigen Wochen mit mehren angeblichen Adeligen aus Courtaud zusammen war. Aber wie sich herausstelle, waren sie nicht aus Courtaud und sie erhielten besuch von einem wild aussehenden “Waldmensch”. Doch genaueres konnte sie nicht berichten, da sie für eine Stunde aus dem Raum geschickt wurde.

Remeny versuchte Artor abzuholen, musste aber vor der Tür warten, bis dieser fertig war. Währenddessen erhielt auch Remeny widerwillig die Karten gelegt. Laut Karten kämpft er gegen ein Böses das Unschuldige übernimmt und mit diesen schreckliche Taten verübt.

Als sich dann alle im Zimmer versammelt hatten, wurde der Alarmstein ausgepackt und man legte sich mit einer Wache auf die Lauer. Nachdem Remeny eingeschlafen ist, schlichen Nuuri und Feo mit dem Fuchs von Artor aus dem Raum um in das Büro einzubrechen. Man versuchte es auf herkömmlichen Weg, wurde aber von zwei Wachen wieder weggeschickt, nachdem man sie überzeugt hatte, man wolle nur Bücher lesen. Zum Glück war der Fuchs dabei, der eine Dimensionstür zaubern konnte und die beiden so direkt in das Tumrzimmer brachte.

Dort überraschte man Estovion Lozarov wie es aussah bei einer Art Beschwörung. Sofort wurden meisterhaft versucht das Kind nochmal aus dem Brunnen zu fischen:

“Ach das ist ja garnicht die Damentoilette!”

“Wir haben nichts gesehen und du auch nicht, in Ordnung? Wir gehen dann wieder.”

Aber trotz der meisterlichen Verschleierungsversuche griff Lozarov an und auch das, was er beschworen hatte. Eine Art Wolfsgeist erschien und versuchte erst Lozarov, der abgelenkt und aus dem Konzept gebracht wurde, zu übernehmen. Es entbrannte ein Kampf in dem Nuuri das Geisterwesen einige Pfeile entgegen schleuderte und Feo geschwind aus dem Turm kletterte. Auch Lozarov machte mittels Dimensionstür die Biege. Schwer angeschlagen hatte der Geisterwolf leichtes Spiel und übernahm Nuuri mit der er sich nach unten begab, doch durch das herbeigezauberte Spinnennetz verlangsamt wurde.

Artor wurde mental durch den Hilferuf seines Fuches geweckt und zusammen mit Remeny stürmten sie den Damen zu Hilfe. Die Tür stellte sich als erstes Hinderniss heraus, doch ein herbeigerufener Schreckenseber machte damit kurzen Prozess und auch die Söldner dahinter wurden einfach überrannt. Man kam zeitgleich mit der besessenen Nuuri im Turmzimmer an und griff sie an. Auch Feo konnte, nachdem sie einigen überrascht aussehenden Wächter am Eingang zur Hütte eine Lügengeschichte auftischte, wieder am Kampf teilnehmen. Gemeinsam konnte man den Geist aus Nuuri vertreiben. Und so steht man nun im Turm, mit einer bewusstlosen Nuuri und einigen verwirrten Söldner, die gerade nach Verstärkung gerufen haben und ohne Plan, was eigentlich gerade los ist.

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Reise durch den Schauderholz

Liebe Kendra
Wie versprochen, halte ich dich bezüglich unserer Fortschritte auf der Suche nach den Mördern deines Vaters auf dem Laufenden. Wir sind noch auf dem Weg durch den Schauderholz – auf jenem Schleichweg, den uns Graf Karomak gezeigt hat – um zur Ascanor Hütte zu reisen. Mittlerweile wurden die Unstimmigkeiten, die innerhalb unserer Gruppe bezüglich der Experimente des Grafen herrschten beigelegt. Oder zumindest wurde eine weitere Diskussion darüber vertagt. Denn die Reise durch den Schauderholz verlangt unsere volle Aufmerksamkeit.

Der düstere Wald strahlt mit jedem Baum und jedem Ast eine düstere Aura aus, und wie sich schon rasch heraus stellte, hausen hier auch tatsächlich gefährliche Kreaturen, die einem unbedarften Reisenden nichts gutes wollen. Wir waren noch nicht tief in den Wald eingedrungen, als wir von mehreren Atterkops angegriffen wurden. Wir konnten die meisten von ihnen jedoch erfolgreich töten und den Rest verjagen. Eine Spur aus Goldmünzen, die sie ausgelegt hatten, führte uns dann auch noch zu einem verlassenen Steinturm in der Mitte des Waldes. Neugierig wie manche meiner Kameraden sind, untersuchten wir den Turm und fanden ihn mit Spinnetzen und Kokons gefüllt. Zudem wurden wir durch ein Loch im Boden von einem riesigen Wurm angegriffen. Einen Vorteil hatte unser kleiner Abstecher jedoch: Wir fanden in zweien der Kokons Überreste von Menschen, wovon einer eine Einladung zur Ascanor Hütte bei sich trug. Wenn wir dort auftauchen können wir die dort wartenden Freunden und Verwandten wenigstens über sein Schicksal informieren. Wir setzten die Körper bei und setzten unsere weitere Reise fort.

Die ereignislosen Tage durch den Wald haben zwar aufgrund der düsteren Natur an unseren Nerven gezehrt, ansonsten passierte jedoch nicht viel. Bis wir knapp vor der Hütte ein schreckliches Bild vorfanden: Ein Mensch war hier an einen Baum gebunden, ein silbernes Jagdmesser steckte ihm in der Brust und Wolfsbann-Kraut war ihm in den Mund geschoben worden. Als wir den verstümmelten Körper genauer untersuchen wollten, lösten wir eine Falle aus mehreren Armbrüsten aus, die Bolzen auf uns abfeuerten. Zuim Glück waren sie aber schlecht eingestellt und so kamen wir mit dem Schrecken davon. Die Kreatur selbst war – so zeigte sich – kein Mensch, sondern ein Werwolf. Ein Schauer lief bei dieser Erkenntins über meinen Rücken. Es waren also die Geschichten über die Wandler, die hier im Wald hausten doch mehr als nur Geschichten. Und es schien ein ganzes Volk dieser verdorbenen Kreaturen zu geben!

Dennoch hatte auch diese Kreatur einmal eine Seele besessen und so lösten wir sie vom Baum und verbrannten sie mit einem Holz.

Wenig weiter schlugen wir unser Nachlager auf. Wie üblich verwendeten wir dazu unseren Alarmstein um uns vor anschleichenden Kreaturen zu warnen. Aufgrund des Werwolfes, den wir gefunden hatten beschloss ich zudem in Rüstung zu schlafen. Eine weise Entscheidung wie sich herausstellte. Mitten in der Nacht erschienen neun Werwölfe in unserem Lager und beschuldigten uns, dass wir ihren Kameraden getötet hätten. Anstatt uns zu danken, dass wir ihm ein ehrenvolles Begräbnis beschafft hatten. Sie ließen sich auch durch die Worte Iomedaes nicht vertreiben. So musste ich dazu mein Schwert einsetzen. Diese Narren! Es war ein Gemetzel und viel zu spät sahen die Werwölfe ein, wer hier die Götter auf seiner Seite hatten. Nur einer überlebte den Kampf und wir machten ihm klar, dass es weiteren Angreifern ebenso ergehen würde wie ihnen, sollten sie uns abermals provozieren. Als Gegenleistung verpflichteten wir uns dazu sie ebenfalls nicht anzugreifen oder zu reizen. Schade eigentlich, aber die Suche nach den Mördern deines Vaters geht nun einmal vor!

Und so viele Fragen sind ja auch noch immer offen: Was hat dein Vater herausgefunden, so dass er sterben musste? Was wollten die Anhänger des Pfades am alten Gefängnis? Und warum haben sie den armen Kunibert so manipuliert, dass er das Bildnis des Meeresgrauen Schreckens gestohlen hat? Wo steckt der Sinn hinter all dem? Ich verspreche dir Kendra, dass wir auf all diese Fragen antworten finden und die Verantwortlihen zur Rechenschaft ziehen werden.

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Brief an den Vater II

Vater, viel ist geschehen, seit ich deine Überreste aus den Klauen dieser Scharlatane befreit habe. Doch noch immer bin ich auf den Versen dieses Verbrecherordens, des Flüsternden Wegs, der scheinbar unmittelbar für deine Ermordung verantwortlich war und seit damals in der Umgebung Lepidstadts seine blutigen Spuren hinterlassen hat. Für die Morde hatte er einen Sündenbock gefunden. Kunibert, die „Bestie von Lepidstadt“, sollte für sie verantwortlich gemacht werden. Wir konnten Kuniberts Unschuld vor Gericht beweisen und folgten seiner Einladung aufs Schloss Karomark. Doch im Schloss ging es nicht mit rechten Dingen zu, ein Gebäude ums andere war verlassen, einzig fanden sich überall diese seltsam anmutenden Trophäen und schrecklichen Haustierchen des Hausherrn. Wir mussten gegen drei girallon-köpfige Vargouilles kämpfen und zwischenzeitlich erstarrte ich durch den Blick eines im Wasser lebenden echsenartigen Basilisken selbst zu einer steinernen Säule. Aber meine Gefährten kämpften wild entschlossen gegen dieses Wesen und befreiten auch mich aus diesem Bann. Im nächsten Laborraum griffen uns sogar Pilze und Pflanzen an, die gar seltsame Illusionen bei einem verursachten. Wir folgten den Spuren bis zum höchstgelegensten Turm, der von einem widerlichen Wächter bewacht wurde. Er ging vor unseren Klingen in die Knie. Mithilfe eines kleinen, aufgeregt herum hüpfenden Homunkulus konnten wir schließlich Aufzeichnungen an der Rückseite der schweren Tür zu den oberen Geschossen des Turms finden, die die Mechanik einer seltsamen Maschine beschrieben. Die Maschine wurde „Herz des Leibeigenen“ genannt. Scheinbar konnte Karomark seine erschaffene Kreatur, Kunibert, mittels dieser Maschine kontrollieren und fernsteuern. Zum Glück konnte unser Hexer die Notizen entziffern. Der Homunkulus wollte uns also weismachen, dass auch wir Kunibert zu Hilfe rufen können.
Im Trubel der Ereignisse entwischt einem manchmal ganz schön der Blick fürs Ganze. Doch irgendwann wurden die Spuren so offensichtlich und schlugen uns förmlich ins Gesicht, dass nicht alles Seltsame hier im Schloss, weder die Zerstörung noch das Verschwinden des Hausherrn auf diesen selbst zurückzuführen sein konnten. Irgendjemand, irgendetwas musste also hier gewesen sein und den Hausherren gefangen genommen und all diese schrecklichen Wesen freigelassen haben. Die Existenz dieser Maschine machte plötzlich alles klar. Anhänger des Flüsternden Pfads hatten den Hausherrn eingesperrt und selbst die Maschine verwendet, um Kunibert zu benutzen. Nur so konnte er auch in der Bibliothek in Lepidstadt beim Randalieren gefangen genommen werden, ohne dass er selbst sich daran erinnern konnte. Wir mussten also irgendwie zu der Maschine im Dach des Turms gelangen und ihn zu Hilfe rufen, damit wir im Kampf gegen die andere Bestie mit Scherenhänden, die Karomark bewacht und vor der uns der Homunkulus gewarnt hat, eine Chance hatten. Im Gegensatz zu Kunibert war diese Abscheulichkeit uns gar nicht freundlich gesinnt. Es lief etwas anders als geplant, doch während wir diese Bestie ablenkten, konnte der Hexer die Maschine im Dachstuhl in Gang setzen und Kunibert herbei rufen, der scheinbar sich scheinbar irgendwo in der Nähe versteckt hielt. Es war ein schreckliches Ringen zwischen Kunibert und der Bestie, doch schließlich konnten wir – oder besser Kunibert – die Bestie besiegen.
Wie ein Blitz ist die Erkenntnis ob der bösen Machenschaften des Flüsternden Pfads, die sich bis in dieses entlegene Schloss ausbreiten, durch mich gefahren. Vater, ich brauche noch einmal deine Hilfe. Weise mir den Weg zum Platinauge. Zeige mir die Schwachstellen des Flüsternden Pfads auf und hilf mir, dass ich diesen Okkultisten das Handwerk legen kann.

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Hallo? ... ist da jemand?

Dieses Anwesen scheint wahrlich verhext. Immer noch haben wir kein lebendes Wesen gesehen, das wir hätten zur Rede stellen können. Eins ums andere begegnen uns seltsame, häufig monströse Wesen.
Als wir die wackelige Hängebrücke überqueren wollten und uns schon ein Geländer aus Seilen eingerichtet hatten, um sie gefahrenlos überqueren zu können, poppte wie aus dem Nichts eine Erinye auf, ein fliegender Teufel mit Rabenflügeln. Wie so viele unserer Gegnerinnen und Gegner hat auch sie scheinbar von unseren Schlägen und Pfeilen nicht viel gespürt – wir müssen wirklich etwas an unseren Angriffstechniken ändern, oder einfach einmal versuchen zu reden, anstatt sofort anzugreifen… aber der Teufel ließ uns in dieser Hinsicht keine Wahl.
Das Gebäude auf der anderen Seite der Schlucht war ebenfalls verlassen. Wir konnten keine Spuren der Bewohner finden, außer weitere Hinweise auf deren grundsätzlich paranoide Geistesverfassung, denn wer stattet sein Haus sonst willkürlich mit zahllosen Fallen aus? Obwohl, wenn man die exklusiven Freizeitbeschäftigungen bedenkt, denen der Hausherr offenbar nachgeht, ist dies vielleicht auch kein ganz unvernünftiger Ansatz. Fanden wir doch eine exquisite Sammlung ausgestopfter Monster, von denen oftmals nicht mehr alle Teile vorhanden waren und die vermutlich zum Bau neuer Kreaturen verwendet wurden.
Eine Treppe, die vermeintlich in den Keller führte, führte stattdessen zu einer Aussichtsplattform, von der aus die Schlucht und der Wasserfall zu sehen waren. Unter diesen Umständen stand mir der Sinn jedoch nicht nach Landschaftsausblicken, zumal von oben seltsam schleppende und zugleich trippelnde Schritte zu vernehmen waren. Nachdem dieses Wesen nicht zu uns nach unten kommen wollte, um in unsere Falle zu gehen, besuchten wir es oben. Remeny und ich stiegen die Treppen hinauf und Feo und der Hexer, bzw. dessen neuestes Spielzeug – eine Riesenfledermaus –, drangen von hinten durch eine Tür ein. Zu unserem Erstaunen sahen wir einen riesigen, halbfertigen Golem, der an Ketten von sechs Homunkuli geführt wurde – oder wurden diese eher von ihm geführt? Zumindest schien eine direkte Verbindung zwischen ihnen zu bestehen, denn indem ein Homunkuli nach dem anderen starb wurde zusehends auch der Golem schwächer.
Es scheint, dass dieser Tross von dem Weg entlang der Klippen zum nächsten Gebäude gekommen war. Nachdem hier die Hausherren nicht zu finden waren, wendeten wir uns den Klippen zu. Die Türe zum nächsten Gebäude war fest verrammelt. Nur mit allergrößter Kraftanstrengung ließ sie sich öffnen und über uns ergoss sich ein Schwall brackigen Wassers. Überall im Gebäude stand das Wasser kniehoch. Zu guterletzt stolperte Feo in eine Fallgrube, die sie vermeintlich entschärft hatte, und versank in diesem stinkenden Wasser, in dem es von Blutegeln nur so wimmelte. Remeny sprang hinterher… Warum nur muss dieser strahlende Ritter immer den Helden spielen? Hätte er doch gesagt, was er vorhat, dann wäre ich hinterher gesprungen. Er kann – gefangen in dieser Blechbüchse – kaum schwimmen und schließlich sollte ich die zwei dann wieder herausziehen. Die Blutegel hatten den beiden fast jegliche Lebenskraft entzogen, weshalb wir uns zu Fuß – unsere Pferde wurden ja aufgefressen – auf den Weg zurück nach Lepidstadt machten , um uns dort für die Erforschung auch noch der letzten Winkel dieses geisterhaften Schlosses erholen und vorbereiten zu können.

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Man sollte nicht jeder Einladung folgen II

Erst die Trolle vorm Torhaus, dann auch noch dieser Monsterhund auf der Brücke. Wieso hat die Bestie uns nur so in die Falle gelockt, nachdem wir ihr geholfen haben. Oder ist sie selber gar in Gefahr und braucht unsere Hilfe? Gut nur, dass der alte Hexer Remeny in einen fliegenden Rammbock verwandelt hat, der den Köter glatt von der Brücke gestoßen hat. Doch sofort erschien das nächste Problem. Unsere Schurkin muss wohl noch ein wenig an ihren Künsten arbeiten, denn als sie das Tor öffnen wollte, erschien aus dem Schlüsselloch ein Luftementar, das sie zugleich von der Brücke gewirbelt hat. Das hätte ihr Ende sein können, denn die Schlucht ist gute 60 Meter tief. Der Hexer sprang hinter her und konnte sie – und auch mich, die ich mich in einem Anflug von Wahnsinn hinterher stürzte – mit einem sanften Fall auffangen. Nie nicht habe ich mich so leicht gefühlt. Mich an der Böschung mithilfe Remenys Seil hochhiefend erreichte ich wieder den Brückenkopf. Die anderen hatten den leichteren und direkteren Wege gewählt. Wir drangen in das Gebäude ein und sofort stolperten wir in die nächste Begegnung. Ist denn dieses ganze Schloss verhext?! Wenn wir nicht einen strahlenden Ritter dabei gehabt hätten, hätten diese kleinen Eisen fressenden Biester niemals einen Eintrag in unseren Heldenannalen gefunden. Bevor wir uns jedoch auf die schwankende Brücke über der nächsten Schlucht in Richtung Turm begeben, müssen wir erst einmal eine neue Rüstung für Remeny beschaffen…

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Man sollte nicht jeder Einladung folgen

Jetzt haben mich diese voreingenommenen Städter doch noch überrascht. Selbst nachdem der alte Kauz die Toten reden hat lassen wollten sie die Bestie immer noch hängen sehen. Naja, es war ja auch sehr schwierig die Bestie jetzt noch zu verurteilen. Und ich muss zugeben, dass der alte Mann langsam auch was brauchbares zaubern kann.

Freundlicherweise lädt uns die Bestie auch noch ein zu seinen Vater nach Hause ein. Ist bestimmt ganz interessant zu sehen, was für ein Mensch so eine Kreatur erschafft. Und vielleicht lässt er auch noch was springen. Schließlich haben wir ja das Leben seines Sohns oder Haustiers gerettet. Ich sollte mir vielleicht schon mal ein Ablenkungsmanöver einfallen lassen. Remeny würde so eine Dankbarkeit bestimmt wieder ablehnen. Und wenn nicht, gibt es vielleicht wenigstens was gutes zu essen

Zunächst aber erst noch einmal zur Richterin Daramid. Schließlich ist sie uns auch noch etwas schuldig. Dann kann ich mir auch endlich diesen hübschen Rapier leisten. Solange ich unter der Beobachtung von Remeny stehe, kann ich ihn mir ja nicht einfach holen.

Die Richterin kann uns auch noch den Weg zu “Vater” beschreiben. Es handelt sich dabei wohl um den alten Alpon Karomark. Er gilt allgemein als verrückt. Einerseits leicht zu glauben, wenn man sich ansieht, was er geschaffen hat, andererseits haben wir gemerkt wie leicht die Leute hier urteilen.

Als wir dann am Anwesen von Karomark ankommen, werden wir nicht erwartet. Hat die Bestie uns denn nicht angekündigt. Schließlich sind wir doch nur wegen ihm hier, naja und der Hoffnung nach etwas Glänzendem. Als wir dann versuchen in trotzdem irgendwie noch ins Schloss zu kommen, werden wir auch noch angegriffen. Das hat man mal wieder davon, wenn man Leuten vertraut und Einladungen annimmt…

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Brief an den Vater

Vater, wie lange ist es jetzt her, dass ich mich auf die Suche nach deinem und Mutters Mörder begeben habe? Wie konnte es sein, dass er mir die ganzen Jahre in all seiner Abscheulichkeit vor der Nase herumtanzte und ich blind für die Wahrheit war? Heute früh im Morgengrauen habe ich nun die schreckliche Wahrheit über deinen wahren Mörder erfahren – und dabei dachte ich kurzzeitig, dich endlich wiedergefunden zu haben.
Immer noch bin ich mit meinen Gefährten im Auftrag der Richterin unterwegs, um Informationen über die angeblichen Verbrechen der Bestie zusammenzutragen – die Bestie, die ich mit eigenen Augen dich und Mutter habe töten sehen. Dies ist ein schreckliches Unternehmen, das mich innerlich zerreißt. So viele Erinnerungen sind in den letzten Tagen wieder wach geworden. Wenn ich mir dieses Ungetüm im Gerichtssaal ansehe, zusammengestückelt aus lauter Körperteilen, läuft mir jedes Mal ein kalter Schauer über den Rücken. Am liebsten würde ich mich in die Reihen des Lepidstädter Mobs einfügen, der sich vor dem Gerichtsgebäude zusammenbraute und den der gute Remeny vertrieb. Zugleich habe ich jedoch ein seltsam mitleidiges Gefühl, wenn ich dieses Wesen sehe. Hinter seinem verstellten, starren Grinsen liegt ein Ausdruck, der Mitleid erweckt. Könnte es also doch sein, dass die Bestie gar unschuldig ist, wie sie behauptet? Oder zumindest nur ein Instrument in der Hand des Bösen gewesen sein sollte? Aber wie könnte ich meinen eigenen Augen nicht trauen? Ich war zwar noch ein Kind, aber…
Gestern also waren wir unterwegs, um Hinweise zum Brand des „Sanatoriums Zuflucht“ für den dritten Verhandlungstag zusammenzutragen. Außer ein paar Mauerresten und Schutt konnten wir kaum etwas finden. Der Keller war in besserem Zustand, doch eine grausige Bande von Ghulen bevölkert ihn. Umgestürzte Operationstische und weiteres medizinisches Instrumentarium lag verstreut herum. An der Decke hingen vier verbrannte Köpfe an einem Kronleuchter. Wie sich herausstellte waren einige der Gräber entweiht und geschändet worden. Wir fanden noch eine kleine Phiole mit einer Bleiche sowie eine Rechnung aus dem Hause Grein & Vorkstag, dieser Fabrik in der Alchemistengasse, du erinnerst dich? Was Dr. Broder, der Leiter des Sanatoriums, hier wohl mit den armen Insassen gemacht hat? Ich möchte es mir kaum ausmalen. Die armen hilfsbedürftigen Kreaturen!
Dieser Hinweis mit der Phiole trieb uns nichts ahnend vor die Tore der Fabrik Grein & Vorkstag in Lepidstadt. Ein kleiner unfreundlicher Gnom wiegelte uns ab und erhöhte noch unsere Skepsis. Bevor er uns Einsicht in seine Bücher geben würde, wollte er einen richterlichen Bescheid sehen. Wie sollten wir denn da so schnell drankommen? Morgen ist doch schon die Verhandlung! Da wir auf diesem Wege nicht erfolgreich waren, gingen die Schurkin und ich abends noch einmal hin, um den Eingang zu „bewachen“. Dummerweise war es schwieriger als gedacht, aufs Dach zu steigen, und auch die Nachbarn konnten uns nicht wirklich weiterhelfen. Wir konnten lediglich die Gerüchte bestätigt hören, dass noch niemand die Arbeiter der Alchemistenfabrik zu Gesicht bekommen hatte. Schon merkwürdig – diese zwei Leute können doch nicht alleine die Fabrik führen? Wieder kamen uns die schlimmsten Gedanken. Doch auf diese Abscheulichkeiten, die sich letztlich zeigen sollten, wäre wohl niemand gekommen.
Zum Glück kamen Remeny und der alte Kauz nach, der auch sogleich aufs Dach schwebte und das Seil befestigte. Er entpuppte sich doch noch als wahrer Mann der Taten! Nun war es ein leichtes für mich, hinauf zu klettern. Als ich am Rande des Dachvorsprungs zum Hof kauerte, sah ich, wie ein Mann in Kapuze gerade zum Tor eilte, wo Remeny und Feodora Sturm läuteten. Im Hof sprang ein riesiges schwarzes Ungetüm von einem Hund an einer Kette herum. Doch einen noch größeren Schreck bekam ich, als die Gestalt im Hof sich auf Rufen des Hexers neben mir umdrehte. Meine Beine begannen zu zittern und ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Vater! Du lebst? Wie kommt es, dass du hier bist? Erkennst du mich nicht? Wieso reagierst du nicht auf mein Rufen?
Was danach passierte, sah und hörte ich durch eine dichte, wattige Nebelschicht. Mein Kopf schwirrte. Das Tor flog auf und der Kampf im Hof begann. Die Gestalt, die aussah wie du, flüchtete schnell ins Gebäude, doch heraus kamen drei monsterartige Mischwesen mit gorillaartiger Statur und Krebszangen, wo die Hände sein sollten. Was für ein abartiges Nest! Diese Kreaturen sollten sich jedoch als wenig gefährlich herausstellen, schlimmer war dieser Köter, der uns beinahe alle erledigt hätte. Doch du kennst nicht die Zähigkeit deiner Tochter, ich lass mich doch von einem Köter nicht kleinkriegen! Schließlich konnten wir ihm mit allerletzter Kraft den Gar ausmachen und uns trollen. Nachdem wir uns etwas erholt hatten, kehrten wir umgehend noch vor dem Morgengrauen in die Alchemistengasse zurück und drangen in die Fabrik von Grein & Vorkstag ein. Ein Dunst von Bleiche machte das Sehen und Atmen schwer und zwischen all den dampfenden Bottichen verstellten uns wieder solche Mischgestalten den Weg. Über Stege und Leitern gelangten wir ins Obergeschoss, wo wir auf diesen Gnom trafen, Grein, der über die Decke davonrannte, und Vorkstag, ein hautloses, Brandbomben werfendes und Feuer speiendes menschenartiges Wesen, das sich in seinem Kabinett verschanzt hatte. Beide waren am Ende weniger gefährlich, als ihre schreckliche Bestie im Hof, die sie kreiert hatten. Was aber im Kabinett Vorkstags zutage treten sollte, raubte mir jegliche Sinne. Vater, du warst Vorkstag? Oder korrekter, er hatte sich als dich verkleidet, sich mit deinem Gesicht ausgestattet, und das im wortwörtlichsten Sinne! Vater, was hat man dir angetan? Wieso hat man dir dein Gesicht gestohlen?
Aber nicht nur deine Haut – die ich, musst du wissen, vorsichtig an mich genommen habe und in Ehren aufbewahren werde –, sondern auch die Häute vieler anderer Personen hingen in dem abscheulichen Wandkabinett. Eine davon ähnelte täuschend echt der Bestie. War also auch Vorkstag die Bestie und der eigentliche Täter dieser ganzen Morde und Brände gewesen? Hatte er die Bestie nur als Sündenbock verwendet? Dies zumindest lassen die Briefe vermuten, die wir in seinem Kabinett gefunden haben. Und wieder gibt es Hinweise auf den Flüsternden Pfad. Und Vater, du warst bei dem Platinauge? Was war das noch einmal? Und warum hast du den Ärger dieser Schlächter auf dich gezogen? Schade, dass ich dich nicht mehr fragen kann. So wenig habe ich von dir gewusst…

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Journal von Artor Raspotin II

In Hergstag mussten wir schnell erkennen, dass sich hier in der Vergangenheit unzweifelhaft seltsames Zutrug. Doch die entscheidenden Hinweise sollten uns zunächst verborgen bleiben. Zwar fanden wir die Gräber der sechs Kinder, wobei zwei von ihnen leer geblieben waren, und konnten im Zuge einer vorsichtigen Exhumierung der sterblichen Überreste unter meiner Leitung einen Tod durch rohe Gewalteinwirkung ausschließen, doch lag der kleine Weiler ansonsten gänzlich von menschlichen Seelen verlassen da. Wir konnten uns keinen Reim auf das Verschwinden der Einwohner machen und beschlossen die Ansiedlung zunächst Haus für Haus zu durchsuchen. Schon bald wurden wir dabei von geisterhaften Erscheinungen bedrängt, Todesalbe, hinter denen ich die ruhelosen Seelen der verschwundenen Kinder vermutete! Und tatsächlich trafen wir die Albe ausschließlich in Häusern an, die abgesehen von ihrem verwitterten blauen Anstrich, nur eines gemeinsam hatten: Die Einrichtung ließ erkennen das dort einstmals Kinder lebten.
Ohne jedoch die Morde endgültig aufklären zu können ritten wir nach Lepidstadt zurück, um herauszufinden was aus den Einwohnern geworden war. Der erbärmliche Wicht von einem Anwalt brachte uns dann auch auf die Spur dreier Geschwister aus Hergstag, die nach der Aufgabe des Dorfes ihre Behausung in einer Mühle am Hafen gefunden hatten. Es dämmerte bereits als wir dort erschienen und tatsächlich auf ehemalige Bewohner der verwunschenen Ansiedlung trafen. Die Schwestern öffneten uns die Türe und wurden von uns sogleich in den „Goldenen Schlüssel“ eingeladen. Bei einer bescheidenen Mahlzeit in unserem genügsamen Domizil erhärteten sich meine Vermutungen. Tatsächlich hatten die Schwestern nicht mehr gesehen, als dass das Wesen, das alle Welt die Bestie nennt, eines der toten Kinder zurück ins Dorf brachte, was alles und doch auch nichts bedeuten mochte. Die Hinterwäldler in der Gegend von Lepidstadt unterschieden sich dem Anschein nach nicht von ihren Artgenossen am Kavapesta-See. Alles was ihren beschränkten geistigen Horizont übersteigt versetzt sie in Angst und Schrecken. Die Wunder und Mysterien des Übernatürlichen halten sie stets mindestens eine Mistgabellänge weit von sich entfernt! Eine eilig anberaumte Unterredung mit dem Fleischgolem, brachte dann die Wahrheit an den Tag! Er hatte die Leiche nur gefunden, verantwortlich für den Tod war eine ominöse, vermutlich körperlose Erscheinung. Bei dem Gespräch kam ich nicht umhin erneut die Kunstfertigkeit des Erschaffers dieses Wesens zu bewundern.
Doch zunächst ging es darum das Netzt aus Lügen, in dass dieser Prozess eingesponnen ist, um ein weiteres Stück einzureißen. Schnell wie der Wind, mit wehenden Gewändern, ritten ich und meine drei Assistenten durch die finstere Nacht zurück nach Hergstag. Dort fanden wir auch sogleich den Ort, den uns die Bestie beschrieben hatte, wo sie vor so vielen Monden den wahren Mörder der unschuldigen kleinen Seelen stellte. Und siehe! Wir mussten nicht lange warten, da zeigte sich uns auch schon der Unhold. Ein Todesalb, ganz wie vermutet. Zu seinem Glück fiel er bereits beim ersten Ansturm unter der Klinge meines treuen, ritterlichen Gehilfen Remeny. So sah ich mich nicht gezwungen mit der ganzen Kraft meines Geistes das Gefüge der Welt zu manipulieren. Das wäre dem untoten Schlingel auch wahrlich schlecht bekommen!
Am anschließenden Verhandlungstag konnten wir dem bereits bedrohlich wackelnden Lügengebäude der Anklage einen weiteren entscheidenden Schlag versetzen. Leider wurde ein Angebot meinerseits abgelehnt, einen Vortrag über das Wesen und okkulte Dasein des gemeinen Todesalbs zu halten,. Doch wäre eine solch erhellende Lektion vor diesem Publikum auch verschwendet gewesen. Schließlich muss ich mir auch etwas für meine Antrittsvorlesung an der Universität von Lepidstadt aufheben!

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